Silberfaden der Zeit

von Theodor Flüssigfeuer

 

Spätsommerrose, du Reife, du Erfahrene, du Wissende, du Leidende, du Glückliche,

Zieh den Silberfaden der Zeit!

Den ehernen, den mit lichtem Feuer.

Das süße Ziehen, Spätsommerrose, zeitigt wildes, mundendes Sichbesinnen,

Zieh den Silberfaden der Zeit!

Sieh dein Jugendbild, das hübsche, unverbrauchte, erdhafte,

Atme das Aroma geheimer, schüchterner Begegnungen,

Trink das zauberhafte Zittern,

Fühl das verzwickt-ungelenke Lächeln erhitzter Augen,

Vernimm die weichen, achtsamen Worte,

Zieh den Silberfaden der Zeit, Spätsommerrose!

Jeder Zug birgt einen entschleiernden Zauber,

Er reicht weit, er bietet das Finden, das Bildlichwerden eines zärtlichen Geschehens,

Das gegen das Kind der Zeit dir Respekt gestaltet,

Auch Achtung und Besonderssein, auch Gunst und Gewogenheit,

Dinge, Spätsommerrose, die dir gleichen,

Zieh den Silberfaden der Zeit!

 


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